Opening: 17.05.2012 – 19 h

 

In der Reihe „der Blick nach Osten“ zeigt die Werkbank Lana – nach dem bulgarischen Künstler Lazar Lyutakov – den tschechischen Zeichner, Bühnenbildner und Grafikkünstler David Cajthaml. Seine Ausstellung „Forest Drawings“  wird am Donnerstag, den 17. Mai um 19 Uhr in der Werkbank Lana eröffnet.
Cajthaml ist einer der herausragenden Vertreter der zeitgenössischen tschechischen Kunstszene. Formal kommt der 1959 in Prag geborene Künstler aus der Tradition der eigenständigen tschechischen Grafikkunst, man denke an Oldřich Kulhánek, Vladimír Suchánek, Vojtech Preissig und viele mehr, die mit ihren Werken Generationen von Künstlern prägten.
Cajthaml, der in frühen 1980er Jahren Gitarrist der ersten Prager Punkband Energie G war und den Behörden der CSSR darum als Dissident galt, lehnt sich in seinen Linolschnitten, Stichen und Plakaten an diese Tradition an, geht inhaltlich jedoch ganz eigene Wege. In Lana präsentiert der Künstler großformatige monochromatische Zeichnungen, es sind Neuinterpretationen bekannter Heiligenbilder und biblischer Motive, deren ProtagonistInnen – wie Salome, die hl. Barbara oder der hl. Sebastian – als Kinder unserer Zeit betrachtet und in ihrer Zerrissenheit und Getriebenheit interpretiert werden. Liebe, Tod, Leid und Martyrium werden so von außen nach innen gekehrt.
Auf der Bühne steht Cajthaml nicht nur als Bühnenbildner, denn er ist bis heute auch musikalisch aktiv. Seit rund drei Jahren ist er Gitarrist und Graphikkünstler der Musikformation DekadentFabrik, eines der aktuell interessantesten Musikprojekte der Tschechischen Republik. DekadentFabrik verbindet Anklänge an den Underground der 1970er und 1980er Jahre mit experimentellem Jazz und innovativen elektronischen Dub-Elementen. Die Live-Auftritte werden als Gesamtkunstwerke inszeniert, dabei wird die Bühnenpräsenz der Musiker gekonnt von Visuals und Videos überlagert. Die poetischen Texte von Jürgen Fuchs, Ivan Wernisch und Mikolas Chadima werden in tschechischer, deutscher und italienischer Sprache gesungen.

In der Werkbank begleitet DekadentFabrik am Freitag, 18. Mai um 20 Uhr, die Ausstellung von David Cajthaml mit Klängen aus dem industriellen Underground der Fabriken und Minen und mit graphischen Visuals und Animationen von Cajthaml selbst.
Beide Veranstaltungen finden in Zusammenarbeit mit LanaLive statt.

Kuratiert von Haimo Perkmann

Eröffnung: Donnerstag, 17. Mai um 19 Uhr
Ausstellung: Freitag, 18. Mai und Samstag, 19. Mai von 10.00 – 20.00 Uhr.

 

IT - La Werkbank inaugura una mostra dell’artista d’eccezione ceco David Cajthaml. Nato a Praga nel 1959, Cajthaml è considerato uno degli esponenti più originali dell’arte contemporanea ceca. Dal punto di vista formale l’artista rispetta la tradizione della grafica ceca, come dimostrano anche le sue tecniche grafiche, le incisioni su linoleum, poster e incisioni varie. Tuttavia, per quanto riguarda i contenuti, Cajthaml, nei primi anni 80 un importante dissidente nella cerchia attorno a Vaclav Havels, intraprende percorsi diversi, presentando a Lana disegni monocromatici. Si tratta di reinterpetazioni di immagini di santi conosciute. Servendosi delle tecniche tradizionali, l’artista affronta il tema della fragilità dell’esistenza, la vita con i suoi momenti felici ma caratterizzata anche da malattia, oppressione e morte. Cajthaml fa parte del gruppo DekadenFabrik che suona venerdí, 18 maggio alle ore 20 presso la Werkbank.

Tutti i due gli eventi si svolgono in cooperazione con LanaLive.

A cura di Haimo Perkmann

Inaugurazione: Giovedí, 17 maggio alle ore 19
Mostra: Venerdí, 18 maggio e sabato, 19 maggio dalle ore 10.00 alle ore 20.00.

 

EN - David Cajthaml (1959) is a painter, scenographer, graphic designer, musician (punk band Energie G) and author. He says about himself: “Looking at my shadow I see myself as a man. One part of my soul is drawn to suicide and the other to the creative. Both are possible solutions, but man must not perfect either of them; perfecting suicide excludes survival, and in creativity an error is of a greater value than perfection. My feelings drive me to make nothing perfect, leaving thus an option for everything to end in its own way. During my life I have taken an educational diversion via the sex, drugs and rock and roll route, which has left a bitter aftertaste in my mouth, influencing my expressive style and the thoughts being born on my muddied tongue.” The book Sea Girl combines absurd and dreamy idioms with expressive drawings, producing a clear result.

DekadentFabrik is a Czech alternative supergroup, featuring DJ Satan a.k.a. Otto M. Urban (samplers), David Cajthaml (guitar), Ivan Bierhanzl (bass) and Mikoláš Chadima (saxophones). Each of these figures has a spectacular career in their own right; together, they have created a link between the classic sound of 20th century Czech underground music and 21st century electronica. You can hear the results on their debut album Fetish Now!, out now. OTTO M. URBAN (DJ SATAN) ranks among the Czech Republic’s foremost art historians. He specialised in the phenomenon of decadent art, both in the Czech Republic and worldwide, and has written extensively on the topic as well as curating major exhibitions both here and abroad. His most recent major project was curating the controversial Decadence Now!  exhibition of international art at Prague’s Rudolfinum.

Otto: “It was my idea to bring together the older traditions from the underground music of the 70s and 80s which I always liked, with a new sound of electronica which is more adequate for my musical experience, and my musical history..…MORE TO READ (CLICK)

 

DekadentFabrik

April 3, 2012

Live at Werkbank: 18.05.2012 – 20 h

Die Prager Gruppe DekadentFabrik ist eine der aktuell interessantesten Musikformationen der Tschechischen Republik. Die Band besteht nicht aus Jugendlichen, sondern aus renommierten Künstlern, hervorragenden Jazzmusikern und Universitätsprofessoren, die seit den frühen 1980er Jahren zum Dissidentenkreis um Vaclav Havel gehörten. DekadentFabrik verbindet Anklänge an den Underground der 1970er und 1980er Jahre mit experimentellem Jazz und innovativen elektronischen Dub-Elementen. In Lana bespielen sie mit Musik und Visuals die am Vortag eröffnete Ausstellung von David Cajthaml, der auch Teil der Formation ist.

Originaria di Praga, la formazione DekadentFabrik attualmente rappresenta una delle band musicali più interessanti della Repubblica Ceca, anzitutto perché composta non da giovani ma da artisti affermati, jazzisti conosciuti e professori universitari, tutti provenienti dalla cerchia di dissidenti attorno a Vaclav Havel. DekadentFabrik unisce i suoni dell’Underground degli anni 70 e 80 con un Jazz sperimentale ed elementi innovativi ed elettronici Dub. A Lana, DekadentFabrik farà da cornice musicale e visiva alla mostra inaugurata il giorno precedente di David Cajthaml, lui stesso componente della formazione.

 FRANZ MEETS WERKBANK LANA
 
KUNST / ARTE: LAZAR LYUTAKOV - Fitnessbank
LIVE: KASMILCHBUTTER – Gitarrentrio / trio chitarristico
WANN / QUANDO: Freitag / Venerdí, 30.03.2012, H 18.30–21.30
WO / DOVE: MeboSüd – tratto in direzione sud, Richtung Süden Vilpian_VilpianoUn aperitivo tra Franz, Werkbank Lana, il Container e tutti voi!
Venerdì 30 marzo alla stazione di servizio MeboSüd, Franz incontra una realtà culturale della zona toccata dal Container giallo di 19×19.Ein Aperitif mit Franz, Werkbank Lana, dem Container und euch allen!
Am Freitag, 30. März trifft Franz auf der Raststätte MeboSüd eine Kulturinstitution des Gebietes, in dem der gelbe Container 19×19 steht.
FITNESSBANK VON LAZAR LYUTAKOV

Für die Werkbank Lana erarbeitete Lazar Lyutakov 2011 ein eigenes Kunstwerk. Er wollte sich explizit mit den lokalen Begebenheiten auseinander setzen und hat im Internet zu „Lana“ recherchiert. In eine beliebige Suchmaschine, wahrscheinlich bei „Google“, hat er den Begriff „Lana“ eingetippt. Unter den Top 10 fanden sich fast ausschließlich Webseiten, welche mit dem Tourismus in Zusammenhang standen. Lyutakov hat sich durch die Seiten geklickt und hat sich ein Bild von Lana gemacht. Laut seiner Interpretation des Gelesenen und Gesehen muss es sich um ein Gebiet mit vielen Apfelbäumen und sehr vielen Freizeitaktivitäten, vor allem Fitnessmöglichkeiten handeln: Nordic Walking, Radfahren, Wandern, Laufen, Bergsteigen usw. – Lana ein Fitnesshügel mit Apfelbäumen.
Lyutakov hat bei seiner letzten Vietnamreise eine Aufnahme von einer selbstgebauten Fitnessbank gemacht. Dieses Foto übermittelte er der Werkbank als Anleitung. Die Werkbank sollte nun im Sinne eines konzeptionellen Readymades eine Person aus Lana finden, welche eine ähnliche Fitnessbank aus lokalen Materialen zusammen baute.
Bei der Eröffnung der Ausstellung im Mai 2012 sah Lazar Lyutakov zum ersten Mal die von ihm in Auftrag gegebene Fitnessbank und zeigte sich zufrieden. Die grobe, alpin anmutende, Verwendung von Holz und das Apfelholz in der alten Getreidekisten überzeugten ihn.
Lana und damit das Etschtal ist damit laut Lyutakov auf den Punkt gebracht: Eine Fitnessbank aus einer ausgedienten Vorratskiste, alte Brettern, Apfelholz, an den Jugendstil erinnernden Kleiderhaken, Eisenbeschlägen und eine Gewichtstange. Ein nicht zu übersehendes Detail ist, dass die Bank hart ist,  ohne Polsterung auskommen muss, auch dies eine Anspielung an das physisch „harte“ Leben in den Alpen, vorgegeben von der lokalen Geographie aber auch vom vorherrschenden Fitnesswahn.

KunStart 12 con PASS #2

February 28, 2012

Dal 16 al 18 marzo 2012 Werkbank Lana presenta alla KunStart 12 a Bolzano PASS #2 del collettivo meraner gruppe. 

   

PASS #2 Sulle orme dei piccoli gruppi misti

a cura di Aria Spinelli

Tra le cose più importanti che abbiamo imparato nella nostra esperienza, è che bisogna conoscersi, parlarsi, capire e parlare la lingua dell’una e dell’altra comunità, rivolgere inviti, promuovere occasioni di partecipazione comune.”[1] Così Alexander Langer (1946–1995) descrive l’identità sudtirolese. Attivista, giornalista e traduttore, Langer fu parte del Consiglio Regionale dell’Alto Adige e del Parlamento Europeo, e fondatore del movimento verde in Italia. Egli sostiene che i “piccoli gruppi misti” hanno la capacità di “accogliere in sé le ragioni e le sensibilità delle diverse parti, capire e mediare, e necessariamente un po’ tradire l’esclusivismo etnico dell’una e dell’altra parte, ma senza diventare mai dei transfughi che semplicemente saltano l’altra barriera.”[2]

I “piccoli gruppi misti” citati da Langer si mettono qui a confronto in un progetto pensato per riflettere sul senso e non-senso della divisione. La mostra di meraner gruppe intitolato Sulle orme dei piccoli gruppi misti, rappresenta la seconda tappa di PASS. Nato da una collaborazione tra il gruppo e l’associazione culturale U-MAN, il progetto PASS affronta il tema del confine in un territorio come quello del Trentino Alto Adige, che più di ogni altro è segnato dalla Storia di più paesi. Per entrambi i gruppi, il confine diventa un percorso, una sfida, uno spazio comune in via di costruzione. Il primo “passo” è avvenuto con l’ospitalità e la condivisione della pratica: ogni gruppo ha organizzato una passeggiata per l’altro. Entrambi i percorsi sono stati pensati per rivivere la storia italiana e austroungarica con l’intenzione di esperire differenze e similitudini presenti ancora oggi.

I meraner gruppe hanno attraversato la zona attorno al Monte Stivo, dove ci furono gli scontri più volenti tra le truppe Italiane e Austroungariche tra il 1915 e 1918. Attraverso foto, video e installazioni, la mostra parla dello scambio e della curiosità incontrati sulla strada del cammino. L’immedesimazione nello “straniero” e dunque “a caccia di avventure” solo a pochi chilometri dalla propria abitazione, è una condizione paradossale che è qui vista come una possibile lettura di un territorio complesso. Eredi di Langer, figli di divergenze e similitudini, vittime di una storia che pesa ancora oggi, gli artisti qui si mostrano e auto-rappresentano come “interculturali”, ponendosi come unico impedimento quella della ricerca sul senso del confine, un confine che però sembra svanire nei piccoli momenti di condivisione, durante una lunga passeggiata in montagna.


[1] A. Langer Scritti sul Sudtirolo, tratto da “Intervento alla Radio, 11 marzo 1993” pg 267, edizioni Alpha&Beta Verlag, Merano 1996.

[2] Ibidem

Video PASS #2

February 28, 2012

“PASS #2″ Passeggiata del meraner gruppe sul Monte Stivo (TN). Il colletivo ha attraversato la zona attorno al Monte Stivo, dove ci furono gli scontri più volenti tra le truppe Italiane e Austroungariche tra il 1915 e 1918. Attraverso foto, video e installazioni, la mostra parla dello scambio e della curiosità incontrati sulla strada del cammino.

„Il paessaggio di confine del Trentino meridionale”
conferenza con Stefano Malatesta e Valentina Anziose (U-MAN)
“Alexander Langer: L’arte della convivenza” incontro con Enzo Nicolodi ed Edi Rabini (U-MAN)
a cura di Aria Spinelli

“La passeggiata come pratica artistica”
Disussione con Emilio Fantin (arista), Daniele Guadalupi (artista), Paolo Meneghetti (critico d’arte), artisti del progetto PASS. Moderazione: Aria Spinelli (curatrice)
(The HUB, Via Valbusa Grande 2, Rovereto)

PASS #1 – videos

October 17, 2011

Sab. 08 ottobre (giornata del contemporaneo)
Performance di Emanuele Benedetti: Surluogo vettoriale

Lun. 10 ottobre
Conferenza PASS: Markus Braitenberger parla della sua pratica di passeggiata culturale. Braitenberger era la guida della camminate di Sara Giordani ed Emanuele Benedetti il maggio 2010 tra la Val d’Ultimo e la Val di Non.

Lun. 10 ottobre
Conferenza PASS: Stephan Illmer parla di un progetto di ricerca antropologico dell’Universitá di Innsbruck sulla strada provinciale 88, che collega la Val d’Ultimo con la Alta Val di Non.

Ven. 14 ottobre
musica PASS: Grenzregionen da Innsbruck si occupa dei confini della musica elettronica.

Audio \”Grenzregionen\” Werkbank

“PASS” Artisti Naufraghi in un mare d’erba


E maledette siano le distanze e
maledetti i trasporti faticosi e le
dogane e I muri e i confini che
impediscono agli ingegni di ogni
terra di incontrarsi e pensare e
sognare insieme…
(Flavio Sòriga, “il cuore dei briganti”)

Inaugura il giorno venerdì 7 ottobre 2011 presso la galleria d’arte “Werkbank” di Lana (Merano) il primo di una serie di appuntamenti facenti parte del nuovo progetto artistico “PASS” nato dalla collaborazione tra le associazioni culturali U-MAN di Marano d’Isera (Trento) e MERANER GRUPPE di Merano. SARA GIORDANI ed EMANUELE BENEDETTI mettono in mostra la richerca  svolta sulle “Maddalene” tra il passo Castrin, Proves e Lauregno.

“PASS” è un work in progress che vuole approfondire attraverso un prodotto artistico i luoghi che hanno segnato storicamente, culturalmente e socialmente situazioni di confine dentro e fuori il territorio Trentino.
L’obiettivo del progetto è ridisegnare una nuova “linea” d’incontro attraverso un atto esperienziale documentato da video, scritti e fotografie.
Una grande performance collettiva dove l’esperienza stessa è il prodotto d’arte.
Ognuno dei due gruppi ha attraversato fisicamente e psicologicamente le linee di confine dei territori reciproci, documentando, con approccio estetico, piccole situazioni concrete e simboliche che hanno segnato la loro esperienza in quella zona.
In questo progetto si vuole rivendicare un’identità collettiva, superando situazioni di stallo culturale e politico trasformando le zone di confine in spazi d’incontro tra individui.
Una curiosità gioiosa ha fatto nascere questo progetto, che scava in profondità dentro coloro che vivono il piacere di sentirsi comunità e , all’opposto, dentro coloro che sognano un mondo senza limiti e confini.
In questo progetto emergono estremi compatibili con l’ineludibile certezza che siamo uno diverso dall’altro.
“PASS” è un tempo e uno spazio nel quale si scorre seguendo il filo di Arianna (la linea di confine) cercando la chiave di volta per comprendere e comprendersi.

Programma:

Venerdì 7 ottobre / Inaugurazione PASS#1 / ore 20.00
Introduzione Antonio Cossu

Sabato 8 ottobre / per la Giornata del Contemporaneo + PASS / dalle 15.00 alle 19.00
Performance SURLUOGO VETTORIALE#1 (WERKBANK Lana)

Lunedì 10 ottobre / Conferenza PASS / ore 20.00
Markus Breitenberger, “Kulturwanderung”
Stephan Illmer, „Landesstrasse 88 – oben drüber oder unten durch?“

Venerdì 14 ottobre / musica elettronica / dalle ore 21.00
“Grenzregionen” (Innsbruck)

Domenica 16 ottobre / Film / ore 18.00
“Rund um den Laugen” di Karl Prossliner

Orari d’apertura: 08.10. – 16.10.2011 dalle ore 10.00 alle 12.00  e dalle 15.00 alle 19.00

Contatto:

WERKBANK
Via Gries 20
39011 Lana (BZ)

www.werkbanklana.wordpress.com
infowerkart.eu


 

01.10.2011: LA MARSEILLAISE

September 13, 2011

Poesie und Performance aus Frankreich in Übersetzung
mit Julien Blaine, Marina Mars und Arno Calleja


Julien Blaine

Seit Jahrzehnten ist Lana auch Babel, ein brodelndes Poesieprojekt der Sprachen und die Übersetzung dabei seine europäische Drehscheibe, die „geheime Hängebrücke zwischen Gedicht und Gedicht“ (Inger Christensen).

Die Matinee am Gries, die sich der Zusammenarbeit der Literatur Lana und der Werkbank verdankt, setzt dieses Projekt der Poesie mit einer Präsentation der französischen performativen Lyrik fort: Anders als die deutsche Tradition der experimentellen Poesie setzt sie das Gewicht wesentlich mehr auf die Bedeutung der Zeichen, der Gesten, Laute und der körperlichen Performance. Keine Frage der Sprachskepsis oder Sprachhedonie begründet ihren Einsatz des poetischen Experiments, wenig auch das Interesse am ideologischen Untersuchungsinstrument der Sprache. Vielmehr bestimmen die ursprünglichen Momente der Lyrik die Tradition der zeitgenössischen französischen Poesie: die Lust am Laut, die Erprobung von Geschwindigkeit und Rhythmik, die körperliche Materialdemonstration der Sprache.

Orientierten sich die Dichter der ersten Generation noch stark an den Avantgarden des 20. Jahrhunderts (Futurismus, Dada, Cobra und Fluxus) und prägten so die konkrete Poesie, die visuelle oder Lautpoesie, entwickelten die späteren Generationen gerade den Einsatz von Stimme und Körper weiter zum vorrangigen Ausdrucksmittel an der Wende des Jahrtausends: zur Performance.

Jüngste Dichter dagegen berufen sich nun wieder vermehrt auf ihren eigenen Körper, ihre Stimme und ihre individuelle Sprache und ersetzen Tonbandgerät und Mikrophon durch Computer und Elektronik.

Für einen Vormittag hält Marseilles Einzug in Lana und zeigt mit Julien Blaine, Marina Mars und Arno Calleja in der Werkbank Dichtung in aller Kraft der Performance und körperlichen Inszenierung.

Wir laden Sie herzlich dazu ein!

Julien Blaine, geboren 1942 in Rognac (Marseille), ist experimentierfreudiger Künstler und Dichter und einer der prominentesten Vertreter der „poésie action“ in Frankreich. Als Verleger veröffentlicht er seit den 1960er Jahren fünf Zeitschriften mit avantgardistischer Dichtung und leitet vier Buchreihen. Blaine ist Vertreter der Mail Art, der visuellen und akustischen Dichtung, und beteiligte sich als solcher an zahlreichen internationalen Ausstellungen, Performances, Anthologien und Festivals. Er widmet zahlreiche Veröffentlichung der akustischen Dichtung und Performance und organisiert einige Festivals und  avantgardistischer Dichtung.

Marina Mars, 1965 geboren, lebt in Marseille und ist als Performerin und Kunststoffspezialistin. Sie studierte an der Hochschule der Beaux Art in Marseille, war Punk und Anarchistin, seit 1996 ist sie konvertierte Christin. Marina Mars arbeitet in Mitteln der Malerei, der Kostümkunst, der Fotografie und Performance und nimmt an zahlreichen Festivals teil.

Arno Calleja, geboren 1975, lebt in Marseille und studierte Philosophie. Besonderen Bekanntheitsgrad erhielt er als Performer. Seine Poesie zeichnet sich durch besondere Geschwindigkeit beim Sprechen und starke Rhythmik aus, in der selbst ein Punkt nicht unterbricht, sondern betont. Zuletzt erschienen:
Criture, Inventaire, 2006
À la bétonnière, Le Quartanier, 2007

Werkbank Lana
Am Gries 20
39011 Lana (BZ)

http://werkbanklana.wordpress.com

www.literaturlana.com

 

Barbara Gamper

no end (today yes, what about tomorrow?) from Barbara Gamper on Vimeo.

21/07/2011 – 19.00-23.00

VIDEOS: no-end (today yes, what about tomorrow?)

Zi 508 (room 508)

Barbara Gamper arbeitet vor allem mit Video, Performance und Installation. In ihren Arbeiten greift sie Themen von Ortlosigkeit und Verschiebung auf, welche sich auf die physische und virtuelle Migration vom Mensch in der heutigen Zeit beziehen. Dabei werden Körper, Identität und Ort in den Vordergrund gerückt, um Situationen zu schaffen, die gleichzeitig einen Aspekt bezüglich Zeit, Vergangenheit und Zukunft, schaffen.

Die Veranstaltung mit Barbara Gamper findet in Kooperation mit LiteraturLana im Zuge des Langen Donnerstag in Lana statt.

Werkbank Lana

Am Gries 20

39011 Lana (BZ)

http://werkbanklana.wordpress.com

www.literaturlana.com

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